Auf einem Blog, der als „natürlich.selbst.gemacht“ betitelt ist, erwartet man in erster Linie natürlich selbstgemachte Dinge. Daher mache ich jetzt den Anfang mit einem Gebrauchsartikel, welchen wir wohl alle pratisch täglich verwenden: Zahnpaste.

Es heißt Zahnpaste, nicht Zahnpasta. Sind ja schließlich keine Nudeln.

Die Idee kam mir vor etwa sechs Jahren. Auf einem Seminar wurde ich eher zufällig auf die „Raucherzahncreme“ einer damaligen Bekannten aufmerksam. Belustigt las ich die Rückseite der Tube durch, weil mich interessierte, warum diese Zahncreme ausgerechnet für Raucher gut sein soll. Erschrocken stellte ich fest, dass diese neben etlichen anderen Schnickschnack eine Form von Zucker enthielt. Ich war schockiert! Später dann musste ich erkennen, dass sehr viele Zahnpasten in irgendeiner Art Zucker oder Zuckeraustauschstoffe enthalten, welche sie so süß schmecken ließen. Das konnte doch nicht gesund sein – oder? Und tatsächlich: Der Zuckeraustauschstoff Sorbit, der in vielen Zahncremes zu finden ist, soll gar ein gewisses kariesförderndes Potential besitzen. Von den unglaublich schädgenden Langzeitfolgen durch Fluoride, PEG’s, Paragenen, und was sich sonst noch so in den handelsüblichen Zahnpasten tummelt ganz zu schweigen. Zum damaligen Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es einige Bio-Firmen gibt, welche Zahnpaste „ohne Scheiß“ produzierten. Also verzichtete ich einige Jahre komplett auf das Zeug. Als ich später dann in Berlin lebte, lernte ich viele interessante und gesundheitsbewusste Menschen kennen. Einer von ihnen verriet mir dann folgendes Rezept, welches ich seit je her in selbiger oder abgewandelter Form nutze, um kostengünstig Zahnpaste für mich und meine Familie herzustellen. Folgende Zutaten werden dazu benötigt:

 

 

Wasser und Kalk. Im Prinzip würde das schon ausreichen. Wasser ist fast immer die erste Zutat in handelsüblichen Zahnpasten. Kalk (CaCO³), auch schlicht Kreide genannt, findet man auch oft als Zutat – jedoch trägt sie da den spektakulären chemischen Namen „Calcium Carbonat(e)“. Man kauft ihn als Pulver in der Apotheke oder bestellt ihn kostengünstig im Internet. Einfach beides zu einer cremigen Paste verrühren – und fertig ist die Zahnpaste für Minimalisten. Wer es gern etwas „zahnpastiger“ mag, der füge noch folgende Zuaten hinzu:

 

 

Das Wasser kann man teilweise oder auch komplett durch Kieselsäure-Gel ersetzen. Dieses bekommt man unter dem handelsüblichen Namen Silicea-Gel rezeptfrei in der Apotheke. Alternativ kann man auch einfach Kieselsäure haltige Pflanzen (z.B. Ackerschachtelhalm) sammeln und in einem Topf mit Wasser auskochen. Der mineralreiche Sud kann dann ebenfalls zum bereiten der Zahnpaste genommen werden. Zwei bis drei Tropfen Minzöl sorgen zudem für frischen Atem. Dieses bekommt man günstig in der Drogerie. Wer mag kann auch ein anderes ätherisches Öl verwenden – aber vergewissert euch bitte vorher, ob das gewünschte Öl zum Verzehr geeignet ist. Ich habe z.B. auch schon eine Variation mit Zimtöl ausprobiert – sehr empfehlenswert! Die letzte Zutat sorgt für die gesunde Süße, und lässt das Eigenfabrikat zur täuschend echten Zahnpaste werden: Xylit, auch Xylitol oder Birkenzucker genannt, ist ein Zuckeraustauschstoff, welchem eine antikariogene Wirkung nachgesagt wird. Ein zahnfreundlicher Zuckerersatz. Mischt man alle Zutaten zu einer cremigen Konsistenz zusammen, so erhält man eine unglaublich gesunde und zudem kostengünstige Alternative zur handelsüblichen Zahnpaste. Die könnte man sogar essen – im Gegensatz zur handelsüblichen Zahnpaste. Viel brauch man von der Eigenkreation übrigens nicht: Die Kreide sorgt schon bei geringer Menge und geringem Zahnputzdruck durch ihre schmirgelnde Wirkung für ein blendend weißes Ergebnis. Wer jetzt Angst um seinen Zahnschmelz hat, der kann die Paste auch vorsichtshalber strecken und mit etwas mehr Wasser etwas dünner machen. Dann seit ihr auf der sicheren Seite.

 

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